Wie wird man eigentlich Brotberater?

Hallo, mein Name ist Stefan Schuhmann und ich bin seit kurzem Backwarenverkäufer bei der Bäckerei Steinleitner. Genau,  Sie lesen richtig: Ich bin ein männlicher „Brotverkäufer“ und heute möchte ich Ihnen einen kurzen Eindruck über meine ersten Tage bei meinem neuen Arbeitgeber geben.

Im Moment werde ich im gemütlichen „Brot & Kaffee“ in der Passauer Straße von meiner Kollegin Angie in die Abläufe als Verkäufer eingearbeitet. Durch ihre freundliche und ruhige Art verlor ich schon an meinem ersten Arbeitstag meine Scheu vor den vielen neuen Produkten, die ich wie Sie vorher auch nur als Verbraucher kannte. Und obwohl ich aus einer fachfremden Branche stamme, kam ich mir nicht vor wie ein „Lehrling“.  Bei Angie spürte ich sofort die Begeisterung für ihren Beruf. Sie packt nicht nur die Ware in eine Tüte und kassiert den Kunden ab. Nein, die Verkäufer bei der Bäckerei Steinleiter leben die Produkte. So konnte ich sehen, wie meine neue Arbeitskollegin Angie den Leuten in Ruhe und mit einer Leidenschaft erklärte, welche Zutaten für die einzelnen Produkte  verwendet wurden und sie die Kunden eingehend berät. Fasziniert hat mich, dass sie fast alle ihre Kunden kennt. Sie begrüßt die Kunden mit ihrem Namen und zaubert so schon von Anfang an ein Lächeln auf deren Gesichter. Sie weiß, was ihr Gegenüber am liebsten mag und erinnert ihn in einem lockeren Gespräch an seine Vorlieben. Mit Liebe zum Detail werden die bestellten Semmeln und der Plunder verpackt und dem Kunden freundlich über die Theke gereicht. „Darf es außerdem noch etwas für Sie sein?  Möchten Sie unser neues „Hoizofenbrot“  probieren?“ Sie reicht dem Kunden lächelnd ein mundgerechtes Stück.  Mit solchen Fragen und Aktionen, das habe ich gespürt, begeistert Angie die Menschen und das garantiert ihr einen glücklichen Kunden. Und genau darum geht es den Verkäufern der Bäckerei Steinleitner, sie möchten die Straubinger Kunden glücklich machen und das spürt man – sowohl auf der einen, als auch auf der anderen Seite der Verkaufstheke.

Und mir als Quereinsteiger wird es hier bei der Bäckerei Steinleitner so angenehm und leicht wie möglich gemacht. Denn auch schon bei meinem Probearbeiten in der „Steinleitner´s Brotboutique“ in der Fraunhoferstraße ist mir aufgefallen, dass die Angestellten von Steinleitner sehr offene  Menschen sind und sie ihren Job mit echter Begeisterung ausüben.  Auch da fühlte ich mich bereits nach wenigen Minuten als vollwertiger Mitarbeiter. Die angestellten Damen haben mir in aller Ruhe und geduldig die Bedienung der Kassen und der Öfen erklärt und hatten immer ein offenes Ohr für meine vielen Fragen, die ich als „Neuer“ natürlich hatte. So hatte ich von Anfang an ein Gefühl der Zugehörigkeit. Ich durfte selbstständig Kunden beraten und bedienen. Und das ist echt schön.

Da ich noch wenig Erfahrung über unsere Produkte habe, bat ich die Familie Steinleitner, ob sie mir einige Tage – quasi als „Bäckergehilfe“ – Einblick in die Herstellung der Waren, die ich täglich an die Straubinger Kunden verkaufe, gewährt. Absolut selbstverständlich hat mir Frau Steinleitner diesen Wunsch zugestanden und so begann am vergangenen Mittwoch und Donnerstag, für mich ungewöhnlich früh um 2.00 Uhr morgens, mein Arbeitstag in der Backstube. Und ich kann sagen, das frühe Weckerklingeln war alles wert. Trotz der nächtlichen Stunde traf ich dort auf ausgeschlafene und fröhliche Bäcker, die bereits den Teig für die Brote und die Semmeln kneteten. Ich durfte sofort mitanpacken und wurde nicht allein zum zuschauen verdammt. Mich hat das sehr verblüfft und ich fühlte mich auch hier schnell wieder als wichtiger und wertvoller Teil des Ganzen. Ich konnte sehen, wie die Bäckermeister und Gesellen aus riesigen Teigmassen individuelle Brote und Brötchen formten und das mit einer riesigen Leidenschaft und Hingabe.

Als ich mich dann etwas genauer in der Backstube der Bäckerei umgesehen habe, fiel mir auf, mit wie wenig Maschinen die Produktion ausgestattet ist. Da standen nur die Öfen, ein Kneter und ein Portionierer für den Teig der Semmeln. Der Rest ist reine Handarbeit. „Willst sehen wie man Brezen dreht?“ fragt mich der Erwin. Und schon stehe ich an einem mehlbestäubten Holztisch und schaue zu, wie sechs Männer und Frauen jeweils aus einem Teigstrang in einer atemberaubenden Geschwindigkeit die Straubinger Brezen auf den Tisch zaubern. 1.000 Stück in der Stunde. Unfassbar. „Magst auch a mal?“ werde ich gefragt und schon stehe ich mit am Tisch und versuche mein Glück. Naja. So optimal schauen meine Brezen jetzt nicht aus. Aber auch da fühlte ich mich gleich wieder als ein Teil eines eingespielten Teams. Und genau darum freue ich mich für die Bäckerei Steinleitner arbeiten zu dürfen und bin froh über diese Chance.

Zum Schluss bleibt mir nur noch ein Wunsch:
Ich will ein Backwarenverkäufer für alle Straubinger sein und unsere Kunden zufrieden und lächelnd aus den Filialen der Bäckerei Steinleitner verabschieden… und mir sicher sein können, sie bald wieder begrüßen zu dürfen.

Ihr Stefan Schuhmann, Brotberater

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365 Brote
von Markus
Steinleitner
www.365brote.de